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Sehenswürdigkeiten

Wer durch Meilen bummelt, begegnet auf Schritt und Tritt Zeugen aus früheren Jahrhunderten: prächtigen Bauwerken, als Schmuckstücke über die Zeit hinweg gepflegt, manche davon mit Liebe und Sorgfalt restauriert. Einige möchten wir Ihnen hier vorstellen.

Bild 097k.jpgDie Reformierte Kirche Meilen

Sie steht zuunterst an der Kirchgasse, überragt die traditionsreichen Häuser in ihrer Umgebung und blickt auf den See hinaus. Über Generationen von Kirchbauten hinweg führt ihre Geschichte zurück zu einer Kapelle im 7. Jahrhundert. Weil diese für die wachsende Gemeinde bald einmal zu klein wurde, baute man im 8. Jahrhundert eben dort eine zweite Kirche. Aus ihrer Erweiterung entstand im 11. Jahrhundert die romanische Kirche von Meilen, daraus wiederum Anfang des 14. Jahrhunderts die frühgotische. 1493 wurde dann, vermutlich nach der Zerstörung des Gotteshauses durch eine Feuersbrunst, der Grundstein für die Kirche von heute mit Chor und Schiff im Stil der Spätgotik gelegt. 1969/1977 restauriert und mit fünf Farbfenstern bereichert, ist und bleibt das Wahrzeichen von Meilen eines der stattlichsten spätgotischen sakralen Gebäude im Kanton Zürich.

Der «Löwen», Meilens älteste Taverne

Taverne LöwenEin paar Schritte seeaufwärts von der Reformierten Kirche hat sich vor mehr als einem halben Jahrtausend einmal ein Löwe ausgestreckt. Und weil ihm dort so wohl war, ist er bis heute geblieben – der Gasthof zum Löwen. Die heutige Gaststätte wird unter freiem Himmel durch das Löwen-Gärtchen jenseits der Seestrasse, direkt am Wasser, erweitert. 1958 übernahm die politische Gemeinde den Löwen. Gaststube und Saal wurden mehrmals erneuert, die Küche ausgebaut.

Jahrzehnte lang hatte man Pläne geschmiedet für ein dringend benötigtes Dorfzentrum mit Veranstaltungssaal. Doch wie man das Projekt auch drehte und wendete, die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger von Meilen schickten es immer wieder den Dorfbach hinab. Bis dann 1999 ein völlig neues Konzept entwickelt wurde, das Meilen im Löwen zumindest einen technisch zeitgemäss ausgerüsteten Veranstaltungssaal für maximal 400 Besucher bescherte: Die Stimmberechtigten, die sich nach sechs gescheiterten Anläufen doch noch zum konstruktiven Denken durchrangen, nahmen die Vorlage überraschend deutlich an.

Drei Jahre später konnte ein schön renoviertes Restaurant und ein grosser Saal mit zeitgemässer Infrastruktur eingeweiht werden.

Wirtschaft «zur Burg»

Wirtschaft zur BurgEines der repräsentativsten Weinbauernhäuser am Zürichsee, 1676 im Auftrag von Jakob Wunderli auf dem stattlichen Bauerngut Friedberg oder Burg ob Dorfmeilen erbaut. Die ursprünglichen prachtvollen Wohnstuben an der Vorderfront des ländlichen Barockbaus blieben über mehr als drei Jahrhunderte hinweg erhalten, samt ihrem Wandtäfer, den eingebauten Prunkbuffets und geschnitzten Ornamenten in Nussbaumholz. Die Wirtschaft «zur Burg», 1876 als einfache Weinschenke gegründet, ist noch heute im Besitz einer Stiftung der Familie Wunderli. Wer sich in diesem traditionsreichen Patrizierhaus zu Tische setzt, geniesst die Köstlichkeiten aus Küche und Keller in einer ebenso faszinierenden wie inspirierenden Ambiance.

Landsitz «Mariafeld» in Feldmeilen

Sein Standort an der General Wille-Strasse 165 ist kein Zufall, denn 1851 hatte François Wille den einstigen Stadtzürcher Landsitz der Junkerfamilie Escher erworben. Nach seinem Tod zog sein jüngerer Sohn und spätere General Ulrich Wille-Bismarck (1848-1925) mit seiner Familie dort ein. Heute gehört Mariafeld, 1722-25 auf den Grundmauern eines Herrschaftssitzes aus dem 15. Jahrhundert errichtet, seinem Enkel Dr. Jürg Wille und dient mehreren Familienangehörigen als Wohnsitz. Wo einst C.F. Meyer, Gottfried Keller, Richard Wagner und Franz Liszt ein und aus gingen, ist man der Kultur bis heute eng verbunden geblieben: Die Familie Wille lädt immer wieder zu Anlässen im Themenkreis von Literatur, Musik und Malerei und bereichert dadurch das Meilemer Gesellschaftsleben um so erlesene wie farbenfrohe Akzente.

Der «Seehof» in Meilen

Seehof1767-1769 erbauter und 1988/89 restaurierter barocker Herrschaftssitz an der Seestrasse 642: ein wunderschöner dreigeschossiger Giebelbau mit Freitreppe, Zierbalkon und vorgelagertem Seegarten. Bauherr war der erfolgreiche Textilproduzent Felix Oeri-Lavater, der im Seehof auch Webstühle einfahren liess und die Stoffe von dort aus vermarktete. So stand nach der Mitte des 18. Jahrhunderts in Meilen die wohl schönste aller Textilfabriken in Betrieb. Nach dem Verkauf an das Stift Einsiedeln wechselte der Seehof im Laufe der Jahrhunderte mehrmals seinen Eigentümer: vom Zürcher Kaufherrn Joseph Heinrich Kramer über den Staat Zürich, die Gemeinde Meilen, den Gemeindeammann Johannes Gattiker, den Meilener «Sonnen»-Wirt Heinrich Gattiker bis hin zum Dorfarzt Richard Sturzenegger. 1906 wurde er von Dr. Johannes Aeberli übernommen, dem Grossvater der heutigen Eigentümerin.

Landsitz zur «Seehalde»

Ein Herrschaftsgut aus den Glanzzeiten des örtlichen Weinhandels, heutige Adresse für alle, die Bauten mit Geschichte faszinieren: Seestrasse 467. Das im 16. Jahrhundert erbaute bäuerliche Haus wurde später zum stattlichen Landsitz mit bemalten Räumen ausgebaut und, weil Perfektion keine Grenzen kennt, nach den reichsten Formen des Rokoko veredelt: Auf zwei Stockwerken legte man wahrhaft herrschaftliche Wohnungen mit reichen Stukkaturen und vier bemalten Turmöfen an. Seit 1832 steht die Seehalde im Eigentum der altzürcherischen Familie Hirzel.

Der «Grüene Hof» in Feldmeilen

Das Herrschaftshaus an der General Wille-Strasse 256 mit Festsaal im ersten Obergeschoss, Trotte, Waschhaus und Kellergebäude oberhalb der Landstrasse wurde zwischen 1682 (Jahreszahl am Kellerportal) und 1684 (Jahreszahl im Treppenhaus) erbaut. Ein schlichtes, geradliniges und eben darum würdevolles Gebäude – architektonische Aesthetik ist manchmal auch die Kunst, wegzulassen.